Schulterschmerzen: Vorsorge und Behandlung

Die Schulter besteht aus einem Hauptgelenk und mehreren Nebengelenken sowie Sehnen und Muskeln, die ermöglichen, den Arm in verschiedene Richtungen zu bewegen. Diese Beweglichkeit ist zweifellos für die meisten Alltagsaktivitäten von größter Wichtigkeit. Schulterschmerzen können sehr lästig und einschränkend sein. In diesem Beitrag erfährst du, wie du diesen wirksam vorbeugen und mit welchen Übungen du die Beschwerden behandeln kannst. 

Wissenswertes über Schulerschmerzen

Überlastung durch Tragen schwerer Dinge sowie brüske oder wiederholte Bewegungen können beispielsweise zu Schulterschmerzen führen. Die Schmerzen können bei einer bestimmten Bewegung auftreten und danach wieder verschwinden oder sich auch kontinuierlich, insbesondere in der Nacht, bemerkbar machen.

Die Schulter setzt sich aus drei Knochen zusammen: Oberarmknochen, Schulterblatt und Schlüsselbein. In der abgerundeten Gelenkpfanne befinden sich diese Knochen zusammen mit den entsprechenden Sehnen und Muskeln. Die Rotatorenmanschette ist ein Gefüge aus vier Muskeln und deren Sehnen, das die Schulter maßgeblich stabilisiert.

Folgende Schulterbeschwerden treten häufig auf:

Bursitis

Hier handelt es sich um eine Schleimbeutelentzündung der Schulter. Die Schulter verfügt im Wesentlichen über vier wichtige Schleimbeutel, die mit Gewebeflüssigkeit gefüllt sind und eine Art Puffer zwischen Knochen und weichem Gewebe bilden. Sie reduzieren bei der Beweung der Arme die entstehende Reibung. Bei einer Überlastung der Schultern kann es zu einer Entzündung kommen, wobei dies eine große Behinderung bei der Durchführung täglicher Aktivitäten darstellt: Aufgaben wie sich Anziehen oder Zähneputzen werden dabei fast unmöglich.

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Tendinitis

Auch hier handelt es sich um eine Entzündung, in diesem Fall ist jedoch eine Sehne davon betroffen, die Muskeln und Knochen miteinander verbindet. Eine Sehnenentzündung kann an einer oder auch an mehreren Sehnen auftreten, in der Rotatorenmanschette und dem Bizeps befinden sich vier. Die Entzündung kann akut sein (wenn ständig die gleiche Bewegung durchgeführt wird) oder auch chronisch (augrund verschiedener degenerativen Erkankungen wie beispielsweise Arthritis und Abnutzungserscheinungen).

Riss

Die Sehnen können bei sich wiederholenden Bewegungen, plötzlichen Verletzungen oder altersbedingten Abnutzungserscheinungen teilweise oder ganz reißen. Am häufigsten kommt dies bei den Sehnen in der Rotatorenmanschette und am Bizeps vor.

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Kompression

Wenn der Akromion beim Heben der Arme auf die weichen Gewebe drückt, kann es zu einer Kompression kommen. Bei einer Bewegung drückt dann der obere Teil des Schulterblattes auf die Sehnen und die Rotatorenmanschette. Dies kann auch zu Tendinitis oder Bursitis führen und bereitet starke Schmerzen. Auch die Bewegungsfähigkeit ist dabei sehr eingeschränkt. 

Ausgekugeltes Schultergelenk

Wenn der Kopf des Oberarmknochens aus der Gelenkpfanne des Schulterblattes springt, spricht man von Luxation oder einem ausgekugelten Schultergelenk. Dabei kann sich das Gelenk ganz oder nur teilweise (Subluxation) ausrenken. Auch nachdem das Gelenk wieder an der richtigen Stelle ist können Beschwerden bei bestimmten Bewegungen zurückbleiben.

Osteoarthritis

Wenn du an einer oder an beiden Schultern Schmerzen verspürst, kann es sich auch um Arthritis handeln. Am häufigsten wird diese durch Verschleiß verursacht. Symptome sind dabei Entzündung, Steife und Schmerzen, die oft schon im mittleren Alter beginnen. Diese Krankheit schreitet langsam fort, wobei die Bewegungsmöglichkeit immer mehr eingeschränkt wird. Sie kann auch durch Sport- oder Arbeitsverletzungen oder durch Risse in der Rotatorenmanschette verursacht werden.

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Bruch

Es kann zu einem Schlüsselbeinbruch, einem Oberarmknochenbruch oder einem Schulterblattbruch kommen. Bei älteren Personen kann ein Sturz den Bruch verursachen, bei jüngeren tritt ein Bruch oft durch sportliche Aktivitäten oder einen Unfall auf. Dabei produzieren sich starke Schmerzen und eine Entzündung. In diesem Fall ist die Ruhigstellung durch einen Gips und manchmal auch ein chirurgischer Eingriff notwendig.

Wie kann man Schulterschmerzen behandeln?

Entsprechende Übungen sind die beste Behandlungsmöglichkeit, um Schulterschmerzen vorzubeugen und diese zu behandeln.

Hebeübung auf der Vorderseite

Übungen mit einem Theraband können helfen, deine Flexibilität zu verbessern. Einfach ein Ende an einer Tür oder einem Möbelstück in Hüfthöhe befestigen. Dann so stark wie möglich daran ziehen, den Arm dabei steif halten, bis er sich fast parallel zum Boden befindet. Den Arm nicht höher als bis zum Ohr heben. 

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Schulter heben

Diese Übung ist ähnlich wie die zuvor genannte und wird auch mit einem Theraband ausgeführt. Ein Ende in die Hand nehmen und auf den Bauch legen. Das andere Ende wird mit der freien Hand genommen. Jetzt den Arm bewegen, bis er sich parallel zum Boden befindet, kurz halten und den Arm dann zurück in Ausgangsposition führen.

Nach hinten heben

Binde das Band an ein Tischbein und stelle dich vor dem Tisch auf. Das andere Ende des Bandes in die Hand nehmen und den Arm so gut wie möglich nach hinten strecken, ohne jedoch die Schulterlinie zu überschreiten.

Überkreuzte Drehungen

Mit dem Band am Tischbein seitlich aufstellen und das andere Ende des Bandes mit der äußeren Hand nehmen. Den Ellbogen abbiegen und an den Körper legen. Nur das Handgelenk wird jetzt nach außen bewegt. Auch wenn sich die Schulter nicht bewegt, wird dadurch der ganze Arm gestärkt.

Gewicht heben

Dazu ist es nicht nötig, ins Fitnesscenter zu gehen und schwere Gewichte zu heben. Du kannst dafür beispielsweise einfach einen Pack Reis nehmen oder eine Halb-Liter-Flasche mit Reis füllen. Hebe den Arm über den Kopf und strecke ihn so weit wie möglich, führe ihn dann mit gebeugtem Ellbogen nach unten.

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