Schilddrüsenfunktion und Funktionsstörungen

5 März, 2015

Die Schilddrüse – ist alles in Ordnung, merken wir gar nicht, dass wir sie haben. Und ist etwas nicht in Ordnung, merken wir das auch meist sehr spät. Wir erklären dir hier, welche Funktionsstörungen der Schilddrüse es gibt und was du dagegen tun kannst!

Funktion der Schilddrüse

Die Schilddrüse beim Menschen befindet sich am Hals, etwas unterhalb vom Kehlkopf und vor der Luftröhre. Die Schilddrüse speichert Jod und stellt Schilddrüsenhormone her, ohne die der Körper keinen richtigen Stoffwechsel hätte. Beim Erwachsenen beeinflussen die Schilddrüsenhormone den Stoffwechsel und Funktionszustand fast aller Organe. Das ebenfalls in der Schilddrüse gebildete Calcitonin spielt eine untergeordnete Rolle im Calciumstoffwechsel des Organismus. Schilddrüsenhormone wirken auch auf Herz und Kreislauf. Sie führen zu einer Erhöhung des Pulsschlages, des Blutdrucks und dadurch zu einer Erweiterung von Gefäßen. Sie wirken auf den Zucker-, Fett- und Bindegewebsstoffwechsel, indem sie deren Umsatz steigern. Sie steigern außerdem die Aktivität von Schweiß- und Talgdrüsen der Haut und die Aktivität der Darmbewegungen. Im Nervensystem führen sie zu einer verstärkten Erregbarkeit der Zellen. Insgesamt werden durch die Schilddrüsenhormone der Energieverbrauch und der Grundumsatz des Organismus erhöht. Hat nun die Schilddrüse eine Störung, kann im Körper vieles nicht mehr so funktionieren, wie es soll.

 

Erkrankungen der Schilddrüse

Ist die Funktion der Schilddrüse durch Krankheiten wie Entzündungen, Tumore, Wucherungen und ähnliches gestört, resultiert daraus entweder eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Schilddrüsenüberfunktion.

Schilddrüse2

Schilddrüsenüberfunktion

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion wird der Körper mit zu vielen Schilddrüsenhormonen versorgt, die alle Organsysteme übermäßig ankurbeln. Dadurch läuft der gesamte Stoffwechsel auf Hochtouren. Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion sind verstärktes Schwitzen, warme Haut, Herzklopfen, schneller und manchmal unregelmäßiger Puls, mäßiger Bluthochdruck, Nervosität, Unruhe, Zittrigkeit, Gewichtsverlust trotz guten Appetits, häufige und manchmal durchfallartige Stuhlentleerungen, Durst, körperliche Leistungsschwäche, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Regelstörungen und Potenzprobleme. Da vor allem Herz und Kreislauf von einer Schilddrüsenüberfunktion betroffen sind, können langfristig Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern auftreten, durch die ständige Überlastung kann es zu einer Herzschwäche kommen. Es besteht also dringender Handlungsbedarf, wenn du solche Anzeichen bei dir (oder anderen) beobachtest!

Übergewicht (Kopie)

Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion werden in der Schilddrüse zu wenige Schilddrüsenhormone gebildet und der Körper ist unzureichend damit versorgt. Dieser Mangel führt zu einer Verlangsamung der Körperfunktionen – der gesamte Stoffwechsel läuft auf Sparflamme. Die Betroffenen frieren leicht, leiden unter dauernder Müdigkeit und Antriebsschwäche, Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten, nachlassender Leistungsfähigkeit, einem verlangsamten Puls und Wassereinlagerungen an verschiedenen Stellen des Körpers. Sie nehmen häufig an Gewicht zu, obwohl sie nicht anders essen als vorher. Eine raue Stimme, kalte, trockene, schuppende und blassgelbe Haut, Verstopfung, Zyklusstörungen und Unfruchtbarkeit, Libido- und Potenzstörungen sind ebenfalls Zeichen der Schilddrüsenunterfunktion. Eine leichte Schilddrüsenunterfunktion ist besonders bei älteren Menschen ein häufiges Krankheitsbild und wird aufgrund der allgemeinen Beschwerden oft mit Alterserscheinungen oder bei Frauen als Wechseljahresbeschwerden fehlgedeutet und häufig zu spät behandelt. Doch selbst wenn eine Schilddrüsenunterfunktion nur leicht ist, kann sie doch Folgen haben: Durch den verlangsamten Stoffwechsel steigen die Blutfettwerte und damit auch das Risiko von Gefäßablagerungen mit entsprechenden Folgeerkrankungen, wie z. B. Herzinfarkt.

 

Behandlung

Egal, ob du an einer Schilddrüsenüberfunktion oder Schilddrüsenunterfunktion leidest – sie muss behandelt werden! Meist ist das ganz einfach mit Tabletten zu regeln, wobei es eine Zeit dauern kann, bis du mit deinem Arzt die richtige Dosierung festgestellt und ausgetestet hast. Hab Geduld und achte auf deinen Körper!

Meersalz

Vorbeugung

Vorbeugen lässt sich eine Schilddrüsenunterfunktion mit einer ausreichend jodhaltigen Ernährung. Dazu musst du keine Jodtabletten kaufen, sondern einfach nur darauf achten, dass du zum Kochen jodiertes Speisesalz verwendest. Gute Jodquellen sind außerdem zahlreiche (Meeres-) Fischsorten. Achtung: bei erblicher Veranlagung zu Krankheiten, die eine Schilddrüsenunterfunktion begünstigen, kann zu viel Jod die Krankheit begünstigen! Es gilt, wie auch in allen anderen Bereichen, dass eine ausgewogene Ernährung die beste grundsätzliche Vorbeugung ist. Zu dieser Ernährung sollten viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte und Fleisch, sowie regelmäßig Seefisch gehören. Einseitige Ernährung oder „Ernährungsideen“ führen meist zu Mangelernährung und dadurch hervorgerufene Krankheiten. Versuche, möglichst wenig industriell verarbeitete Produkte zu essen und möglichst viel mit frischen Produkten zu kochen. Fertiggerichte, „Fixgerichte aus der Tüte“, Tiefkühlgerichte oder Konservendosen haben mit einer gesunden Ernährung wenig zu tun. Einzig Tiefkühlgemüse kann besser sein, als frisches Gemüse vom Gemüsehändler, da bei Tiefkühlgemüse der Vitamin- und Mineralstoffgehalt durch die kürzeren Wege vom Feld in die Tüte höher ist.

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