Resilienz im Alltag: 8 Tipps für innere Stärke

26 September, 2017
Als Resilienz bezeichnet man die Fähigkeit, sich den Widrigkeiten des Lebens zu stellen und im Sturm flexibel wie Bambus zu sein, der sich zwar beugt, doch nicht bricht, sondern immer stärker wird. 

Resilienz im Alltag kann gelernt werden! Doch was versteht man darunter?

Interessant ist, als Erstes die Ethymologie dieses Wortes zu verstehen: Der lateinische Ausdruck resiliens bedeutet „zurückspringen“ oder „abprallen“, was bereits viel über die heutige Verwendung des Wortes Resilienz aussagt.

Der Ursprung des Ausdrucks ist in der Physik zu finden. Hier wird damit die Fähigkeit eines Materials bezeichnet, nach einer elastischen Verformung wieder in die Ausgangsposition zurückzukehren. 

Stelle dir zum Beispiel einen Bogen vor. Du spannst das Seil, um den Pfeil abzufeuern und danach kehrt dieses wieder ganz von selbst in die Ausgangsposition zurück.

Wenn wir von Resilienz im Alltag sprechen, darf nicht vergessen werden, wer die psychologische Bedeutung des Wortes bekannt gemacht hat: der Neurologe, Ethologe und Psychoanalytiker Boris Cyrulnik hat in seinem Werk „Die hässlichen Entlein“ (Les vilains petits canards) diesen Ausdruck erklärt und geprägt. 

Es handelt sich zweifellos um eine grundlegende Strategie, die weit über die einfache persönliche Entwicklung hinausgeht: Die Resilienz ist ein Werkzeug für das Leben, das uns in schwachen oder schwierigen Situationen hilft und es uns ermöglicht, aus den Widrigkeiten des Lebens zu lernen und gestärkt hervorzugehen.
Anschließend findest du 8 Schlüssel für mehr Resilienz im Alltag, die dir dabei helfen werden, stärker zu sein und mit Optimismus in die Zukunft zu schauen. 
Setze diese Strategien in deinem täglichen Leben in die Praxis um, werde dir bewusst über die Möglichkeiten, die sich dir damit bieten und nutze deine eigene Kraft, um dein Leben zu gestalten!

1. Höre auf deine Emotionen

Frau richtet sich nach ihrem Herzen und verwendet Resilienz im Alltag

Verstecke deine Ängste und Frustrationen, deine Traurigkeit oder deinen Zorn nicht: Du musst lernen, diese Emotionen zu kanalisieren, indem du sie akzeptierst und verstehst.

Versuche, einen Ausgleich zu finden: Erlaube nicht, dass dich die negativen Emotionen kontrollieren, doch zwinge dich auch nicht, sie zu verstecken. 

Um dich selbst besser kennenzulernen, um deine Resilienz im Alltag zu fördern, musst du dein weitläufiges und oft komplexes Universum der Emotionen richtig managen.

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2. Erinnere dich an die Vergangenheit, in der du dich Schwierigkeiten stellen musstest

Wir alle sind irgendwann im Leben zu Helden unserer eigenen Geschichte geworden. Jeder konnte bereits irgendwann eine komplizierte Situation oder Enttäuschung erfolgreich überwinden, einen Verlust, eine Krankheit oder andere Widrigkeiten des Lebens zurücklassen.

Lesetipp: Trauerst du nach dem Verlust einer geliebten Person um diese Person oder um dich selbst?

Dies erfolgt oft fast unbewusst. Du schöpfst aus deinem Inneren unerwartete Kraft, die es dir ermöglicht, Schwieriges zu bewältigen. Dir stehen unbekannte persönliche Ressourcen zur Verfügung, die du plötzlich entdeckst, wenn du sie brauchst.
Vergiss diese schwierigen Augenblicke deiner Vergangenheit nicht, die du siegreich überwunden hast: Sie sind Inspiration Hilfe für dein Hier und Jetzt.

3. Gehe jeden Tag an die frische Luft

Frau geht in der Natur laufen und lernt Resilienz im Alltag

Ein Spaziergang an der frischen Luft – das mag zu einfach erscheinen. Vielleicht stellst du dir auch die Frage, was das mit Resilienz im Alltag zu tun hat.

Sanfte aber konstante Bewegung hat sehr positive Wirkungen auf das Gehirn: Dabei werden Endorphine freigesetzt, die dich zur Ruhe bringen und dir helfen, die Wirklichkeit zu relativieren.

Dein Gehirn wird dabei mit reichlich Sauerstoff versorgt, dein Cortisolspiegel (Stresshormon) reduziert.

Du kannst beim Laufen oder Spazieren an der frischen Luft innere Ausgeglichenheit finden und positive Gefühle fördern, die dir helfen, widerstandsfähiger und gleichzeitig flexibler zu sein.

4. Positive Beziehungen fördern

Jemanden haben, mit dem man sprechen kann, dem man Sorgen anvertrauen und das Herz ausschütten kann, jemanden der dich versteht und respektiert… das ist ohne jeden Zweifel eine magische Hilfe im Alltag.

Diese emotionale Unterstützung, in deren Genuss man täglich kommt, ist eine der Wurzeln der Macht, die auch die Fähigkeit nährt, resilient zu sein. 

5. Zeit für dich selbst

Glückliche Frau übt Resilienz im Alltag

Zeit für sich selbst haben, ein paar Stunden am Tag, um abschalten zu können, die Gedanken wandern zu lassen und Bedürfnisse zu analysieren, ist eine weitere grundlegende Strategie, um die eigene Innenwelt besser managen zu können.

Einen persönlichen, ganz privaten Raum zu haben, eine Ecke, die nur dir selbst gehört ist ein Teil der emotionalen Gesundheit, für die du dir jeden Tag Zeit nehmen solltest.

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6. Dinge tun, die für dich wichtig sind und dich erfüllen

Wenn es dir schlecht geht, kannst du mit Dingen, die dir Spaß machen und dich erfüllen, Stress und negative Emotionen einfacher kanalisieren und Resilienz im Alltag praktizieren.

Wenn dir deine Arbeit gefällt oder du ein tolles Hobby hast, solltest du dir in den Augenblicken dafür Zeit nehmen, in denen du dich traurig oder demotiviert fühlst.

Manchmal kann die Routine den Lebensmotor in Schwung bringen, vielleicht mag dich dies erstaunen, doch sie bringt dich dazu, nach vorne zu gehen und schwierige Momente zu überbrücken.

7. Schreibe ein Tagebuch, um deine Resilienz im Alltag zu fördern

Frau schreibt ein Tagebuch, um ihre Resilienz im Alltag zu fördern 

Wir haben bereits mehrfahr über die Vorzüge eines Tagebuchs berichtet. Damit kannst du dich auf therapeutische Art von negativen Emotionen befreien, Gedanken ordnen, Projekte festhalten, Entscheidungen treffen, dir Klarheit verschaffen, nachdenken und deinen persönlichen Raum definieren.

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8. Fühle die Erde unter deinen Füßen

Dieses metaphorische Bild steht für verschiedene grundlegende Ideen, über die du nachdenken solltest:

  • Deine Wurzeln nähren dich und erlauben dir, erneut stark zu sein: wir sprechen von deinem Selbstwertgefühl, deiner persönlichen Geschichte und den Menschen, die dich lieben.
  • Du musst immer ausgeglichen bleiben, stark, doch flexibel wie Bambus. Verliere nie den Kontakt zu den Wurzeln, die dich nähren und inspirieren, zu der emotionalen Erde, die dich stärkt und motiviert.
  • Du bist Teil eines Ganzen, du bist einer von vielen Bäumen in der komplexen Natur. Deine Wurzeln werden mit jedem Sturm ein bisschen stärker! 

Zweifle nicht daran, all diese Strategien und Überlegungen umzusetzen, um deine Resilienz im Alltag zu fördern und gestärkt aus schwierigen Situationen hervorzugehen!

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