Neurochemie und Depression – 3 nützliche Tipps

30 Dezember, 2017
Der tägliche Spaziergang ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Neurochemie auszugleichen und die Produktion von Serotonin zu stimulieren, um dich besser zu fühlen. Eine halbe Stunde ist ausreichend!

Die Neurochemie, das heißt chemische Substanzen, welche die Informationsverarbeitung im Gehirn ermöglichen, hat unter anderem auch einen bedeutenden Einfluss auf den Gemütszustand. Ein unausgeglichener Haushalt an Neurotransmittern kann zum Beispiel zu extremer Traurigkeit oder übertriebener Freude führen.

Biochemische Veränderungen im Gehirn können auf zahlreiche Faktoren zurückgeführt werden. So kann beispielsweise eine endogene (von innen heraus, das heißt biologische) Depression entstehen, wenn der Serotoninspiegel zu niedrig ist. In der Folge kommt es nämlich zu einem negativen Gemütszustand, bei dem Hilflosigkeit, Anhedonie (Unfähigkeit, Freude und Lust zu empfinden) und ständige Abgeschlagenheit vorherrschen.

Eine exogene (durch äußere Faktoren verursachte) Depression hängt hingegen von der Umgebung und auch der Art ab, mit dem jeder einzelne Mensch alltägliche Probleme sowie kleinere oder größere Widrigkeiten des Lebens bewältigt.

Es konnte herausgefunden werden, dass eine enge Beziehung zwischen Depression und bestimmten Aminosäuren und Neurotransmittern besteht, wobei beispielsweise Serotonin, Noradrenalin und Dopamin eine besonders wichtige Rolle spielen.

Die Neurochemie bestimmt also weitgehend unseren Gemütszustand, deshalb sind Psychopharmaka in vielen Fällen für die Behandlung von Depressionen wichtig. In unserem heutigen Beitrag empfehlen wir dir zusätzlich einfache Möglichkeiten, um andere Therapieansätze zu ergänzen.

Mit folgenden Möglichkeiten kann der Ausgleich der Neurochemie auf natürliche Weise gefördert werden:

1. Neurochemie, Dopaminmangel und Depression

Neurochemie, Dopaminmangel und Depression 

Ein niedriger Dopaminspiegel führt zu verschiedensten Symptomen, die sehr offensichtlich sind: Müdigkeit, Lustlosigkeit, Stimmungsschwankungen, Desinteresse und Tendenz zu Depressionen.

Dopamin zählt zu den wichtigsten Neurotransmittern im Gehirn: Es ist für die Kommunikation zwischen den Nervenzellen unablässlich. 

Darüber hinaus spielt Dopamin eine bedeutende Rolle für Körperbewegungen, Motorik und den Energiehaushalt (auch Motivation), die es uns ermöglichen, mit der Umwelt in Kontakt zu treten.

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Wie kann der Dopaminspiegel natürlich verbessert werden?

  • Die essenzielle Aminosäure L-Phenylalanin erhöht den Dopaminspiegel.
  • Der Organismus kann L-Phenylalanin nicht selbst synthetisieren, deshalb muss diese Substanz über die Ernährung aufgenommen werden.
  • L-Phenylalanin wird dann in Tyrosin umgewandelt und so kann mehr Dopamin produziert werden.

Folgende Lebensmittel enthalten diese Aminosäure:

  • Fleisch
  • Trockenfrüchte wie Mandeln und Nüsse
  • Milchprodukte
  • Samen (Sesam, Sonnenblumen- und Kürbiskerne)
  • Bananen
  • Rote Bete
  • Schokolade
  • grüner Tee
  • Heidelbeersaft
  • Noni-Saft

Auch Meditation und gemäßigter Sport leisten einen wichtigen Beitrag zum Ausgleich der Neurochemie! 

2. Neurochemie, Serotonin und Glück

Neurochemie, Serotonin und Glück 

Die meisten Antidepressiva wirken auf folgende Weise: Sie verhindern, dass die Serotoninproduktion duch Inhibitoren gebremst wird.

  • Ein niedriger Serotoninspiegel führt zu Stress, Erschöpfung, negativen Gedanken und Hoffnungslosigkeit.
  • Deshalb haben viele Psychopharmaka gegen Depressionen die Aufgabe, die Serotoninproduktion anzuregen.
  • Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass es auch natürliche Mittel gibt, welche die Produktion dieses Neurotransmitters, der auch als Glückshormon bezeichnet wird, stimulieren. 

Wie kann der Serotoninspiegel verbessert werden?

  • Verbessere deine Ernährung und baue regelmäßig folgende Lebensmittel in deinen Ernährungsplan ein: Bananen, Zartbitterschokolade, Avocado, Hühnchen, Wassermelone, Heidelbeeren, Milch… (sowie alle Nahrungsmittel, die wie bereits erwähnt wichtig sind, um den Dopaminspiegel zu verbessern).
  • Suche dir neue Freizeitbeschäftigungen: Malunterricht, Tanzen, Yoga…
  • Höre Musik! Musik fördert positive Emotionen und unterstützt so den Ausgleich der Neurochemie.
  • Gehe aus und lerne Menschen kennen!

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3. Neurochemie und Schlaf

Neurochemie und Schlaf 

Schlafstörungen oder Schlafmangel kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Dadurch wird nämlich der Serotoninspiegel reduziert, was – wie wir bereits gesehen haben – zu Müdigkeit und höherer Stressempfindlichkeit führt und das Risiko für Depressionen erhöht.

Ein tiefer, erholsamer Schlaf bedeutet Gesundheit! Damit kann die Gehirnchemie ausgeglichen werden, denn in der Nacht werden die Neurotransmitter reguliert und der Gemütszustand kann gestärkt werden, wodurch die Einstellung positiver und deine Emotionen resistenter werden.

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Wie kann man die Schlafqualität verbessern, um die Neurochemie auszugleichen?

  • Achte auf regelmäßige Schlaf- und Lebensgewohnheiten: Mahlzeiten und Bettruhe sollten jeden Tag zur selben Zeit programmiert werden.
  • Zwei Stunden vor dem Schlafengehen solltest du elektronische Geräte abschalten. Computer, Handy oder Tablett solltest du dann nicht mehr verwenden.
  • Am Nachmittag empfehlen sich sportliche Aktivitäten, doch direkt vor der Nachtruhe solltest du keinen Sport mehr praktizieren.
  • Ein regelmäßiges Schlafritual kann sehr hilfreich sein: warme Dusche, ein Glas Milch mit Honig, ein entspannendes Buch im Bett…
  • Auch die Zimmertemperatur sollte angenehm sein. Ein zu warmer oder zu kalter Raum beeinträchtigt die Schlafqualität. Auch starke Gerüche können die Nachtruhe stören!

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Wie du siehst können einfache Veränderungen im Alltag sehr nützlich sein, um gegen eine Depression anzukämpfen und die Neurochemie positiv zu verändern. Bei starken Depressionen sind meist verschiedene Therapieansätze von Vorteil. 

Psychopharmaka sind oft sehr wichtig, diese werden meist mit einer Psychotherapie und anderen alltäglichen Strategien kombiniert, um den Weg aus dem schwarzen Tunnel zu finden.

Zusätzlich können unsere heutigen Tipps von großem Nutzen sein. Beginne noch heute damit, diese in die Praxis umzusetzen!

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