Migräne bei Frauen: Ursachen und Behandlung

Da unser Hormonspiegel zyklisch schwankt, ist es möglich, dass die Therapie, die uns gestern noch gegen die Migräne geholfen hat, heute keine Wirkung mehr zeigt. Zudem verstärkt sich eine Migräne oft nach der Menopause

Migräne, ein schmerzhaftes Leiden, das uns selbst beim Ausüben alltäglicher Tätigkeiten einschränkt, betrifft etwa 13% der Bevölkerung und vor allem Frauen. Warum ist das so? Zu diesem Thema existieren verschiedene klinische Studien. Eine vom Hospital Quirón Barcelona, Abteilung für Gastroenterologie und Ernährung, durchgeführte Studie informiert uns darüber, dass zu den Ursachen für Migräne neben einer genetischen Veranlagung auch ein ganz bestimmtes Enzym zählt.

In diesem Artikel informieren wir umfassend zu den Ursachen der Migräne. Wir laden dich außerdem dazu ein, die von uns gegebenen Empfehlungen zur Behandlung der Migräne in die Tat umzusetzen.

1. Welche Ursachen hat die Migräne bei Frauen?

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Ramón Tormo, Neurologe am Hospital Quirón Barcelona, erklärt, dass es sich bei drei von vier Migränepatienten um Frauen handelt. Es ist gut möglich, dass dir die Folgen dieser Form von Kopfschmerzen für den Alltag aus eigener Erfahrung bekannt sind: Ausfallzeiten im Job und das Pilgern von einem Arzt zum nächsten Spezialisten, bis endlich eine Therapie gefunden wird, die anschlägt.

Warum sind es wir Frauen, die besonders unter Migräne leiden? Und noch wichtiger… Gibt es eine effektive Therapie, mit der Migräneanfällen vorgebeugt werden kann, um die Lebensqualität zu verbessern? Experten aus dem Gesundheitswesen sind diesbezüglich zu folgenden Schlussfolgerungen gekommen:

1. Ein Enzymmangel führt bei Frauen zu Migräne

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Beginnen wir diesen Abschnitt mit einer einfachen Frage: Leidet in deiner Familie außer dir eine weitere Person unter Migräne? Den Ergebnissen der oben genannten Studie zu Folge liegt der Migräne ein Mangel am Enzym Diaminooxidase (DAO) zugrunde.

Dieser Enzymmangel, verantwortlich für die gefürchteten Migräneanfälle, ist erblich, wird also mit den Genen von den Eltern an ihre Kinder weitergegeben. Nun fragst du dich vielleicht, welche Funktion dieses Enzym im Organismus übernimmt und warum ein Defizit zu den bekannten Schmerzen führt. Dazu musst du Folgendes wissen:

  • Das Enzym DAO ist für den Abbau eines Moleküls, das Histamin heißt, zuständig. Histamin steckt in vielen Nahrungsmitteln, die wir in unserer täglichen Diät zu uns nehmen, zum Beispiel in Milchprodukten, Fleisch, Zitrusfrüchten… Nachdem es im Körper abgebaut wurde, wird es über den Urin ausgeschieden.
  • Was passiert, wenn der Bluthistaminspiegel zu sehr ansteigt? Dann kommt es einfacher zu Entzündungsreaktionen, an denen Histamin beteiligt ist. Unsere Verdauung wird gestört und auch das biochemische Gleichgewicht unseres Gehirns, dessen Blutversorgung beeinflusst wird.

2. Migräne und die Hormonschwankungen der Frau

Menstruation

Es gibt einen weiteren interessanten Grund, aus dem wir Frauen in größerem Maße unter einem DAO-Mangel leiden. Du kannst es dir schon denken? In der Tat sind es jene Hormonschwankungen, denen wir im Laufe unseres Lebens aufgrund von Eisprung, Menstruation und Menopause ausgesetzt sind. In diesem Zusammenhang sind folgende Fakten zu beachten:

  • Die weiblichen Sexualhormone und der hormonelle Zyklus, den wir jeden Monat durchlaufen, führen zu einem natürlichen Mangel an DAO. Deshalb treten migränebedingte Schmerzen auch hauptsächlich während der Menstruation auf. Wenn zu dieser Situation eine erbliche Komponente kommt, verstärkt sich der Enzymmangel weiter.
  • Es ist interessant zu wissen, dass die Plazenta während der Schwangerschaft das Enzym DAO produziert, um den Fetus zu schützen. Während dieser Zeit leiden wir deshalb kaum an Migräne.
  • Die Tatsache, das wir Frauen zyklusbedingten Hormonschwankungen unterliegen, kann dazu führen, dass bestimmte Therapien an einem Tag Wirkung zeigen, an einem anderen allerdings nicht mehr. Der Behandlungserfolg hängt davon ab, ob wir uns in der prämenstruellen Phase befinden, menstruieren oder bereits die Menopause erreicht haben. Nach der Menopause kann sich eine Migräne weiter verstärken.

2. Bestmögliche Behandlung der Migräne

Histamin

Wir wissen jetzt bereits, dass nicht die Migräne selbst erblich ist, sondern der Mangel am Enzym DAO. Daher ist eine Therapie mit Medikamenten möglich, die den Spiegel genau dieses Enzyms beeinflussen.

Dein Ansprechpartner in Sachen Migränetherapie ist dein Neurologe. Er weiß, welche Therapie in deinem Fall verfolgt werden sollte. Zwar ist in 90% aller Fälle der beschriebene Enzymmangel Auslöser für Migräne, aber die Ursachen für die verbleibenden 10% der Migränefälle sind noch nicht näher bekannt.

Welche Strategien können wir selbst verfolgen, um das Auftreten von Migräneanfällen zu reduzieren? Folgende Empfehlungen kannst du Tag für Tag umsetzen:

1. Vermeide Situationen, in denen du starkem Stress ausgesetzt bist. Stress kann in vielen Fällen direkt zu Migräne führen.

2. Reduziere den Konsum folgender Nahrungsmittel, die recht hohe Gehalte an Histamin aufweisen:

  • Milch
  • Gereifte Käse
  • Joghurt
  • Wein
  • Bier
  • Zuckerhaltige Erfrischungsgetränke
  • Kaffee
  • Reismehl
  • Wurst
  • Frisches und gereiftes Fleisch
  • Hülsenfrüchte
  • Fermentierte Gemüse wie Soja
  • Tiefgekühlter Fisch
  • Aubergine
  • Essig
  • Schokolade
  • Anchovis in Konserve
  • Mangold
  • Avocado
  • Verpackte Fruchtsäfte
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