Lyme-Borreliose

Die Lyme-Borreliose ist eine von Zecken übertragene Krankheit, die zu schweren neurologischen Schädigungen führen kann.

Die effektivste Vorbeugung vor einer Infektion mit Lyme-Borreliose ist der Schutz vor Zeckenbissen.

Auch in unseren Breitengraden ist es möglich, sich durch den Biss einer Zecke mit der Krankheit zu infizieren, die oft nicht rechtzeitig erkannt wird.

Lyme-Borreliose wird nicht nur von Zecken übertragen

Das größte Risiko, sich mit Lyme-Borreliose zu infizieren, besteht durch den Biss einer Zecke, die das Bakterium Borrelia burgdorferi (und andere) beim Biss überträgt. Auch der Gemeine Holzbock, Pferdebremsen und Stechmücken können Überträger sein.

Je nach Region in Nord- und Mitteleuropa sind 6 bis 35% aller Zecken Überträger der Lyme-Borreliose.

Das klingt zunächst viel, jedoch statistisch gesehen führt nicht jeder Zeckenbiss auch zu einer Infektion: nur maximal etwa 6% aller Bisse führen zu einer Infektion, davon nur bis zu 1,4% auch tatsächlich zu einem Ausbruch der Krankheit.

Selbst wenn das Risiko, an Lyme-Borreliose zu erkranken, vergleichbar gering ist, solltest du dich über dieses Thema informieren, denn wenn die Erkrankung verschleppt und nicht rechtzeitig behandelt wird, können ernste Schädigungen entstehen.

Lyme-Borreliose durch ZeckenSymptome und Folgen

Die Symptome der Lyme-Borreliose sind nicht immer klar als solche zu erkennen und zeigen sich nicht im gesamten Krankheitsverlauf. Generell verläuft die Erkrankung jedoch in verschiedenen Stadien:

  • Infektion an der Einstichstelle: Um die Stelle, an der die Zecke angebissen hat, bildet sich nach einigen Tagen ein roter Ring, manchmal auch mehrere rote Ringe. Dazu kann Fieber auftreten oder allgemeine Symptome wie Kopfschmerzen und Müdigkeit.
  • Ausbreitung des Erregers: Durch das Ausbreiten des Erregers im Körper können die Bakterien Gelenke und Organe befallen. Kopfschmerzen und Fieber sind diffuse Symptome, heftige Schweißausbrüche ebenso. Eindeutige Symptome sind Störungen des Sehvermögens, des Tastsinnes, Herzprobleme und Gelenkschmerzen.
  • Spätstadium: Als Folgen der Lyme-Borreliose kann es nun zu schweren Störungen des Nervensystems kommen, Hirnhautentzündung, Gehirnentzündung, Entzündung des Rückenmarks und anderen schwerwiegenden Folgen wie Schädigung von Muskeln, Organen und Gelenken.

Lyme-Borreliose diagnostizierenTherapie

Um weitreichende Spätfolgen der Erkrankung zu vermeiden, sollte die Therapie so schnell wie möglich erfolgen, idealerweise direkt im ersten Stadium. Daher solltest du vorsichtshalber immer dann, wenn sich nach einem Zeckenbiss ringförmige Hautrötungen zeigen, den Arzt aufsuchen!

Im ersten Stadium reicht es, etwa zwei Wochen lang konsequent ein vom Arzt verordnetes Antibiotikum einzunehmen.

Je später man mit der Therapie beginnt und je fortgeschrittener die Erkrankung ist, desto höher ist das Risiko, die Erreger auch durch konsequente Antibiotikagabe nicht vollständig eliminiert zu bekommen.

Wahrscheinlich ist Lyme-Borreliose im späten Stadium nicht mehr heilbar, jedoch versuchen Ärzte, durch intravenöse Gabe von Antibiotika die Krankheit noch in den Griff zu bekommen.

Auch nach erfolgreicher Therapie und vollständiger Elimination des Erregers können Spätfolgen wie Lähmungen für immer zurück bleiben.

Lyme-BorrelioseVorbeugung

Die beste Therapie einer jeden Krankheit ist deren Vorbeugung. Es gilt also, dich erst gar nicht von Zecken beißen zu lassen. Entgegen der weit verbreiteten Meinung lassen sich Zecken nicht von Bäumen auf Menschen fallen, sondern krabbeln aus Gras und Unterholz an den Beinen hoch.

  • Hältst du dich draußen in der Natur auf, solltest du Zeckenbissen vorbeugen, indem du lange Hosen trägst und auch Socken.
  • Idealerweise steckst du deine Hosenbeine in die Socken hinein. Das sieht zwar komisch aus, schützt aber effektiv.
  • Langärmelige Shirts oder Pullover beugen einem Befall am Oberkörper vor.
  • Helle Bekleidungsfarben helfen dir, die Zecken zu erkennen, bevor sie unter die Kleidung krabbeln.
  • Glatte Stoffe lassen Zecken abrutschen und nicht an dir hochklettern.
  • Ist es nicht möglich, lange Hosen und langärmelige Oberteile zu tragen, benutze in jedem Fall einen Spray, der Zecken abwehrt. Eine Garantie bieten solche Mittel jedoch nicht.
  • Warst du in Gras und Unterholz unterwegs, suche deinen Körper abends unter der Dusche komplett ab. Zecken mögen Körperstellen, an denen es warm ist, zum Beispiel Kniekehlen, Achseln, Armbeugen, Haaransatz, die Innenseite der Oberschenkel oder um die weibliche Brust herum.

Wichtig ist zu wissen, dass es bis jetzt keine Impfung gegen Lyme-Borreliose gibt. Die sogenannte „Zeckenimpfung“ ist nur gegen eine andere durch Zecken übertragende Krankheit wirksam: FSME.

Lyme-Borreliose durch ZeckenstichWas tun bei Zeckenbiss?

Nochmal: nicht jeder Zeckenbiss führt auch zu einer Infektion! Doch je länger die Zecke festgesaugt ist, desto größer ist das Infektionsrisiko! Du solltest also eine Zecke so schnell wie möglich entfernen.

  • Bitte beträufele die Zecke niemals mit Öl, Nagellack, Kleber oder anderen Dingen, die Stress ausüben. Die Zecke sondert dann nur noch mehr Sekret in die Bisswunde ab!
  • Die Zecke darf beim Entfernen nicht gequetscht werden, weil sie auch dann noch extra viel Sekret abgibt.
  • Bitte das Tier direkt über der Haut mit einer Pinzette oder Zeckenkarte greifen und langsam und vorsichtig nach oben entfernen. Nicht drehen!

Wenn die Zecke entfernt ist, stelle sicher, sie erst dann zu töten und desinfiziere die Stelle gut und gründlich.

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