Liebe ist nie gleichbedeutend mit Opfer

Wenn unsere Beziehung, die gleichbedeutend mit einem ständigen Kampf ist, uns unsicher und unglücklich macht, sollten wir vielleicht unsere Situation überdenken, denn Liebe muss kein Opfer sein.

Wann hat man begonnen, die Liebe als Opfer zu betrachten? Als ständigen Kampf aus Schweiß und Tränen, bei dem eine Beziehung durch pure Anstrengung fortgesetzt wird.

Der Glaube, dass Liebe ein Opfer ist, veranlasst viele Menschen,  Dinge in ihren Beziehungen zu ertragen, die von außen betrachtet unvorstellbar erscheinen.

Tägliche Diskussionen, die erschöpfen und die Lebensqualität in Mitleidenschaft ziehen, Demonstrationen des Besitzes, bei denen Menschen zu Objekten werden und nicht wie Menschen behandelt werden.

All dies hat uns zu dem bekannten „Leiden aus Liebe“ geführt, und es gibt heute noch immer Menschen, die der Meinung sind, dass Liebe gleichbedeutend ist mit Anstrengung, Opfer und Schmerz.

Wenn Liebe ein Opfer bedeutet

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Wenn wir die Liebe als Opfer betrachten, geraten wir in die schrecklichen Fänge der Abhängigkeit, denn wir tun unser Bestes, um Mauern zu erhalten, die hin und wieder einzufallen drohen.

Unser Partner fängt an, alles für uns zu sein, alles zu bedeuten. Wenn wir jedoch danach streben müssen, eine Liebe aufrechtzuerhalten, ist es vielleicht besser, loszulassen.

Neben diesen Opfern lassen wir manchmal zu, dass wir misshandelt werden, es kommt zu Respektlosigkeiten, sogar Untreue oder Gleichgültigkeit seitens der anderen Person.

Wir demütigen uns selbst, wir lassen zu, dass unser Selbstwertgefühl mit Füßen getreten wird und alles, weil wir gelernt haben, von der Liebe abhängig zu sein, dafür zu leiden.

Weil wir Liebe und Kampf auf die gleiche Ebene stellen, und das bedeutet Leiden. Aber Leiden macht uns nie glücklich. Wir befinden uns also in einem Teufelskreis, aus dem wir keinen Ausweg sehen.

Sich für eine Beziehung zu opfern, 100% zu geben, wenn der andere vielleicht nicht einmal 15% gibt, ist wie unser eigenes Grab zu graben.

Am Ende wird nichts von uns übrig bleiben. Wir werden alles gegeben haben, auch das, was wir nicht hatten, für einen falschen Glauben an das, was Liebe in einer Beziehung bedeutet.

Wenn es wehtut, ist es keine Liebe

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Silvia Congost ist eine Psychologin, die in Fällen emotionaler Abhängigkeit hilft. Sie hat ein Buch mit dem Titel „Si duele no es amor“ (Wenn es wehtut, ist es keine Liebe) geschrieben.

Darin zeigt sie verschiedene Fälle, in denen Leiden, Verzweiflung und das Geben von allem für den anderen dazu führen, dass Menschen zugrunde gehen und ihr Leben zu einer Tortur wird.

Wenn die Liebe beginnt, ein wahres Opfer zu sein, ist es wichtig, dass wir die Beziehung, in der wir uns befinden, überdenken.

Wir können leiden, weil die andere Person uns nicht gut behandelt, oder vielleicht, weil wir uns selbst nicht richtig behandeln.

Wie dem auch sei, wenn uns die Situation nicht glücklich macht, ist es wichtig, sie zu ändern oder aus ihr herauszukommen.

Liebe ist Respekt – sie hilft dem anderen Menschen, jeden Tag besser zu werden, sie ist Leidenschaft, sie ist Glück, sie ist Freude… Liebe ist großzügig, sie bedeutet Freiheit, Vertrauen und lässt uns wachsen.

Wenn die Liebe keine dieser Eigenschaften hat und wenn sie mit Leid, Schmerz, Bitterkeit und ständigem Kampf identifiziert wird, dann sprechen wir nicht von Liebe, sondern von etwas anderem.

Lesetipp: Nicht du bist das Problem, sondern dein Selbstwertgefühl

Wir sollten die Augen öffnen

Wir sollten unsere Augen öffnen und all die guten Dinge genießen können, die die Liebe hat und die nichts mit Leiden, mit Schmerz, mit Streben zu tun haben.

Wenn es Liebe ist, braucht es keine Anstrengung. Die Dinge werden sich von selbst ereignen, ohne die Notwendigkeit jemanden zu kaufen, für jemanden zu leben, ohne an die Konsequenzen zu denken.

Wie wir bereits erwähnt haben, geben wir manchmal 100% – was ist, wenn die andere Person 15% gibt? Wir werden am Ende Schaden nehmen, denn es wird eine Zeit kommen, in der wir erschöpft sein werden, die Beziehung wird zusammenbrechen und Schuldgefühle werden entstehen.

Wir sollten Liebe nicht mit Leid verwechseln, um uns in giftige Beziehungen zu stürzen, die uns am Boden zerstört zurücklassen.

Wir sollten nicht die meiste Zeit unseres Lebens damit verbringen, von einem Scheitern ins nächste Scheitern zu geraten, weil wir eine falsche Vorstellung davon haben, was es bedeutet, jemanden zu lieben.

Es ist an der Zeit, alles fließen zu lassen, und wenn wir uns wegen jemandem schlecht fühlen, sollten wir überlegen, was geändert werden muss, oder vielleicht ist es an der Zeit, der Beziehung ein Ende zu setzen.

Liebe ist dazu da, um sie zu genießen, ihre Süße zu genießen und uns zu erlauben, die beste Version von uns selbst zu werden.

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