Krebs durch Talkumpuder? Johnson & Johnson muss Schadenersatz zahlen

17 Oktober, 2017
Ein Geschworenengericht in Los Angeles (Kalifornien) hat vor Kurzem entschieden, dass sich der Konzern über das Krebsrisiko seines Produktes bewusst war und Konsumentinnen diese Information vorenthalten hat. 

Krebs durch Talkumpuder? Der Konzern Johnson & Johnson wurde von einem Geschworenengericht in Los Angeles zu einer Schadenersatzzahlung in Höhe von 417 Millionen Dollar verurteilt.

Eva Echeverría, eine jetzt 63-jährige Frau, soll durch die Verwendung von Babypuder im Intimbereich an Eierstockkrebs erkrankt sein.

Sie erklärt, dass sie Johnson´s Baby Powder bereits ab 11 Jahren verwendete. 2007 wurde ihr bei der Entfernung eines Tumors Eierstockkrebs im Endstadium diagnostiziert, woraufhin sie eine Klage gegen Johnson & Johnson einreichte. 

Die Geschworenen verurteilten den Konzern deshalb zu einer Zahlung von 70 Millionen Dollar Schmerzensgeld und 347 Millionen Dollar Strafschadenersatz. 

Der Anwalt der Klägerin, Mark Robinson, zeigte sich nach diesem Urteil zufrieden. Er versichert, dass Johnson & Johnson diesen Fall jahrelang geheim gehalten hatte. 

Eva Echeverría zitierte in ihrer Klage eine Studie, die 1982 von dem Forscher Daniel W. Cramer durchgeführt worden war.

Darin wird festgehalten, dass bei Frauen, die Talkumpuder im Intimbereich verwenden, ein um 92% höheres Risiko für Eierstockkrebs vorliegt. 

Der Konzern Johnson & Johnson wurd daraufhin gebeten, Konsumenten durch einen Hinweis auf dem Produkt auf mögliche Konsequenzen hinzuweisen. Das Unternehmen weigerte sich jedoch.

Doch dies ist nicht die erste Klage gegen Johnson & Johnson mit Firmensitz in New Jersey. Die Los Angeles Times hat veröffentlicht,  dass alleine in Kalofornien 300 Klagen auf den Konzern warten.

Vergleichsweise eine kleine Zahl, wenn man bedenkt, dass in der USA 4500 Klagen gegen das Unternehmen eingereicht wurden. Tausende von Frauen möchten damit ihre Rechte geltend machen, da sie durch die Verwendung von Talkumpuder im Intimbereich an Eierstockkrebs erkrankt sind.

Der Konzern hat bereits in vier von fünf vorangehenden Fällen in Missouri rund 300 Millionen Dollar verloren. Doch Johnson & Johnson plant, Berufung einzulegen und die Qualität und Sicherheit des Babypuders zu belegen.

Die große Frage ist: Ist die Verwendung von Babypuder tatsächlich sicher? Oder kann Krebs durch Talkumpuder ausgelöst werden? Es ist nicht neu, dass dieses Produkt mit Eierstockkrebs assoziiert wird.
Unabhängig von den erwähnten Prozessen hat die The International Agency for Research on Cancer (IARC) die Verwendung von Talkumpuder im Intimbereich als „mögliche Ursache für Krebs“ bezeichnet.
Die britische Einrichtung Ovarian Cancer Charity (OVACOME) versichert hingegen, dass nicht ausreichend nachgewiesen werden konnte, dass Talkumpuder das Risiko für die Entstehung von Eierstockkrebs erhöht.
Wenn dem so wäre, würden die Statistiken für Krebs steigen und 1 von 3 Frauen daran erkranken.

Krebs durch Talkumpuder: Warum steht dieses Produkt unter Verdacht?

Krebs durch Talkumpuder: Warum steht dieses Produkt unter Verdacht?

Talkumpuder, der auch als Magnesiumsilikat bekannt ist, enthält unter anderem Asbest, ein Silikat-Mineral, das nicht nur zu schweren Atemproblemen, sondern auch zu Krebs führen kann, wie seit 1971 aus verschiedenen Studien hervorgeht.

Doch es ist gesetzlich vorgeschrieben Asbest durch Maisstärke zu ersetzen. 

Zwar wird Babypuder bereits seit den 70er Jahren verwendet, doch viele gehen davon aus, dass dieser nicht ausreichend erforscht wurde, da Studien nicht auf eine exakte Menge aufbauen, sondern nur auf jene Mengen, an die sich die untersuchten Personen erinnern konnten.

Aus vielen Studien geht hervor, dass keine Beziehung zwischen Eierstockkrebs und Talkumpuder besteht.

In diesen wird ein Vergleich mit Tabak hergestellt und erklärt, dass das Risiko für Lungenkrebs größer wird, je mehr Zigaretten Betroffene rauchen. Doch dies konnte bei Talkumpuder nicht nachgewiesen werden.

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Wie kann man Krebs durch Talkumpuder vorbeugen?

Johnson & Johnson Talkumpuder

Talkumpuder wird zwar kosmetischen Produktbeurteilungen unterzogen, jedoch nicht gründlich von der Food and Drug Administration (FDA) untersucht.

Es gibt Millionen von Produkten auf dem Markt, die gesundheitsschädlich sind, da sie als Kosmetika und nicht als Medikament oder Nahrungsmittel eingestuft werden.

Bei zweifelhaften Produkten empfiehlt es sich immer, auf natürliche Alternativen ohne Schadstoffe zurückzugreifen, um mögliche Gefahren zu vermeiden. 

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