Kann Bier gesund sein?

Bier wird gerne als gesundheitsfördernd beworben - doch stimmt das?

Bier ist das Lieblingsgetränk vieler, besonders im Sommer zu Grillfleisch, bei Gartenfesten, Partys oder zum Fußball. Die Brauereiwirtschaft möchte uns gerne weis machen, dass ein Bierchen gesund sei. Aber ist es das wirklich?

Geht es da um die Gesundheit oder verstecktes Marketing, um das Image des prickelnd herben Getränkes zu verbessern?

Herstellung von Bier

„Hopfen und Malz – Gott erhalt’s“ ist ein Sprichwort, das schon die beiden Hauptzutaten von Bier nennt. Wobei das „Malz“ sich nicht auf eine spezifische Stärkequelle bezieht, sondern aus verschiedenen Getreidesorten gewonnen werden kann: Roggen, Weizen, Mais, Gerste, Reis,…

Es gibt viele regionale Rezepte und Gebräuche, um den Gerstensaft herzustellen. Sogar Kastanien werden vermalzt, um daraus Kastanienbier herzustellen!

Zur Herstellung werden also Malz, Wasser und Hopfen miteinander vermischt und zum Gären gebracht. Dabei setzt Hefe die aus der Stärke im Malz gelösten Kohlenhydrate in Ethanol, also Alkohol und Kohlendioxid um.

Das Kohlendioxid sorgt später unter Druck im Fass oder Flasche für das erfrischende Prickeln als Kohlensäure. Je nach dem, welche Hefe verwendet wird entstehen verschiedene Sorten, die in „obergärig“ und „untergärig“ unterschieden werden.

Die Gärung läuft nicht „unendlich“ weiter, sondern wird ab 12% durch das Absterben der Hefekulturen natürlich „gedeckelt“. Mehr kann durch natürliche Gärung nicht erreicht werden, da ein höherer Alkoholgehalt die Alkohol produzierenden Hefepilze tötet.

Um alkoholfreies Bier herzustellen, gibt es zwei Verfahren. Entweder unterbricht man die Gärung bei einem maximalen Alkoholgehalt von 0,5% oder man entzieht dem fertigen Gerstensaft den Ethanol.

Je nach Verfahren enthält alkoholfreies Bier dennoch eine Restmenge Alkohol, die auf der Flasche angegeben werden muss.

BierBier und Alkohol

Alkohol an sich ist ein Zellgift (genau das, was die Hefepilze bei der Gärung abtötet!), das über die Leber abgebaut wird und recht schnell im Gehirn seine bekannte Wirkung entfaltet.

Bei Frauen liegt der Grenzwert für reinen Alkohol bei 12g pro Tag. Ab diesem Wert wirkt sich das Zellgift schädlich aus.

Der tägliche Konsum eines Bierchens (oder auch Wein) „der Gesundheit wegen“ kann zu körperlicher und psychischer Abhängigkeit führen sowie schwere Erkrankungen wie Leberzirrhose, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Magenkrebs, Speiseröhrenkrebs und Nervenerkrankungen hervorrufen.

Regelmäßiger Konsum auch kleiner Mengen von Alkohol kann das Brustkrebsrisiko erhöhen. Gerade für uns Frauen ist es daher Blödsinn, „der Gesundheit wegen“ das tägliche Glas Gerstensaft oder Rotwein zu trinken.

essen-mit-bier-oder-wein-500x242Ist Bier gesund?

Neuerdings geistert durch die Presse, dass Bier gesund sei. Immer wieder wurde behauptet, dass Bier Vorbeugeeffekte gegen Herzerkrankungen, Gallen- und Harnstein sowie Osteoporose habe, und es das Demenz- und Diabetesrisiko herabsetze.

Die wissenschaftlichen Beweise dazu sind jedoch äußerst umstritten. Nicht immer ist auch klar, dass manche Studien nur mit dem Zweck in Auftrag gegeben wurden, um genau das herauszufinden, was dem zahlenden Auftraggeber der Studie am besten gefällt.

Die Rechtslage ist jedoch ganz klar und eindeutig: Das Landgericht Berlin hat dem Deutschen Brauer-Bund e. V. (DBB) untersagt, mit positiven gesundheitsbezogenen Wirkungen von alkoholischen Getränken wie Bier zu werben.

Wissenschaftsmedizinisch gilt als belegt, dass auch geringe Mengen Alkohol der Gesundheit schaden, das Krebsrisiko signifikant erhöhen und daher eventuelle gesundheitliche Nutzen von Bier durch die erwiesene Schädlichkeit von Alkohol zunichte gemacht werden.

Die Nachteile von Alkoholkonsum überwiegen also allen potentiellen Vorteilen Gebräus!

BierIst Bier nützlich?

Wenn in „Studien“ und Artikeln behauptet wird, dass ein Bierchen oder Rotwein gesundheitsfördernd seien, so liegt das, wie wissenschaftsmedizinische (und nicht marketingtechnische) Studien beweisen, an den sekundären Pflanzenstoffen und anderen Bestandteilen, die in solchen Getränken enthalten sind.

Wie auch roter Traubensaft die gleichen Effekte auf das Herz hat wie Rotwein, so ist es auch bei Bier so, dass die alkoholfreie Variante genauso wirkt wie das alkoholhaltige Getränk. Es gibt also keinen Grund, aus „Gesundheitsgründen“ zu Alkohol zu greifen!

Bier wird auch häufig als „isotonisches Getränk“ bezeichnet und daher gerne nach dem Sport getrunken. Jedoch wissen nur wenige Biertrinker, dass der darin enthaltene Alkohol dem Körper mehr Vitamine und Mineralstoffe entzieht, als das Bier ihm zuführt.

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung distanziert sich deutlich von Bier als Getränk zu sportlicher Aktivität.

Wenn du Bier nutzen möchtest, ohne dass es deiner Gesundheit schadet, so verwende es doch als Haarspülung! Gieße einfach einen Rest davon nach der Haarwäsche über deine Haare und trockne es wie gewohnt. Der Geruch verschwindet beim Trocknen und dein Haar wird griffig und du brauchst keinen Festiger mehr!