Ich kann und will nicht zurück in die Vergangenheit – Ich bin nicht mehr dieselbe

· 7 August, 2016
Nichts ist so wie gestern. Man zieht Lehren aus der Vergangenheit, sowohl aus den guten, wie auch aus den schlechten Momenten, und gewinnt an Weisheit.

Die Vergangenheit kann man nicht mehr ändern. Niemand kann auch nur das Mindeste daran ändern, was er gesagt, getan oder was ihm zugestoßen ist. Trotzdem haben die Ereignisse von gestern eine Auswirkung darauf, wer man heute ist.

Es gibt Leute, die ihre eigene Vergangenheit nicht verarbeiten können. Die Fehler, die man begangen hat, die Fehlschläge und die Enttäuschungen, die man erlitten hat,  all das sind schwelende Wunden, die einen daran hindern, sich auf gesunde Weise in der Gegenwart einzurichten. Im Hier und Jetzt.

Obwohl es gar nicht leicht  ist, sich allen vergangenen Taten, Dingen oder Personen zu stellen, die man auf dem eigenen Lebensweg verloren hat, muss man verstehen, dass einer der schlimmsten Fehler zweifelslos der ist, sich die Gegenwart durch die Vergangenheit vermiesen zu lassen.

Hier kannst du weiter darüber nachdenken.

Die Vergangenheit kann dir nichts Neues bieten

Die Vergangenheit klopft immer wieder an die Tür. Dies kann in Form von Erinnerungen geschehen, von Personen, die an die Scheiben deines Fensters klopfen und dich bitten wieder wie gestern zu sein, dieselbe Person, die eines Tages so viele Tränen für jemanden vergossen hat, der diese nicht verdiente.

Wehr dich dagegen! Jedes Mal, wenn die Vergangenheit bei dir anklopft, gib ihr zu verstehen, dass sie dir nicht Neues zu bieten hat, denn die echten Gelegenheiten glücklich zu sein, entstehen aus dem gegenwärtigen Moment heraus.

Lesetipp: Lasse die Vergangenheit hinter dir für eine gute Zukunft

Es ist Zeit, sich wieder auf den Weg zu machen

Leben bedeutet, sich fortlaufend von Dingen und Personen loszumachen, um selbst weiterzukommen.

Du hast Freundschaften hinter dir gelassen, die falsch waren, du hast Familienangehörige zurück gelassen, die nichts vom Glück verstanden haben, du hast Orte, Jobs, Gewohnheiten und Dinge hinter dir gelassen, um auf neue Züge prall voll mit Gelegenheiten aufzuspringen.

  • Es ist an der Zeit, weiterzugehen, die Türen zu schließen. Man tut dies mit gemischten Gefühlen. Trotzdem sollte man sich nicht in diesen Gefühlen ergehen und mit Frustration, Ressentiments oder Hass herumschlagen.
  • Du musst dahinter kommen, dass wenn du die Vergangenheit wirklich hinter dir lassen willst, du das frei von Beschwernis tun musst, und Hass ist zweifelslos eine große Last, die dich denjenigen ausliefert, die dir geschadet haben, die dir nichts Gutes wollten.
  • Mach einen Schritt in die Zukunft, frei on Ressentiments und diesen negativen Gefühlen, die dich daran hindern glücklich zu sein.

Lesetipp: Negative Emotionen haben auch ihre positiven Seite

Frau schwebt in der Vergangenheit

Liebe die Gegenwart mit deiner Vergangenheit

Du bist eine erfüllte Person. All deine Erfahrungen aus Vergangenheit und Gegenwart formen eine Ganzheit, an der du festhalten, die du lieben, verstehen und respektieren solltest.

Gestalttherapie ist ein humanistisch geprägter psychologischer Ansatz, der davon ausgeht, dass der Mensch eine Einheit bildet und dass er sich der Gegenwart bewusst sein muss, indem er sie mit der Vergangenheit vereint.

Wer bloß in der Vergangenheit lebt und Trübsal bläst, der vergisst sein gegenwärtiges „Ich“. Dadurch befördert man eine Abspaltung von der Realität und den eigenen Bedürfnissen.

All dies, ob man es glaubt oder nicht, kann krank machen, denn Depression hat oftmals ihre Ursache in dieser verzweifelten Anhaftung an einen vergangenen Moment, in diesem Mangel oder unbefriedigten Bedürfnis, das uns komplett aus der Gegenwart herausreißt.

Man muss dazu imstande sein, sich selbst als Ganzheit zu lieben, auch für die Fehler, die man in der Vergangenheit begangen hat, denn sie haben einem ermöglich, etwas zu lernen, und zu der Person zu werden, die man heute ist.

Der Blick zurück lässt dich den Weg, der vor dir liegt aus den Augen verlieren

Obwohl viele Dinge unwiederbringlich im Ozean der Vergangenheit versunken sind, besteht die einzige Art, diese Lücken zu schließen darin, sich neue Gelegenheiten zu erschließen und sich auf das Hier und Jetzt zu berufen, um all diese in der Zukunft liegenden Ziele weise und mutig in Angriff zu nehmen.

Hier ist eine japanische Methode, die zum Nachdenken darüber einlädt, wie man Auseinandergebrochenes wieder zusammenfügen kann.

Vergangenheit bewältigen japanische Methode

Wenn zum Beispiel eine Tasse zu Bruch geht, dann bedeutet das für die Japaner, dass nichts mehr so sein kann wie vorher. Die Vergangenheit ist vergangen und definiert die Gegenwart.

Trotzdem ergeben sich Gelegenheiten, stärker und schöner zu sein.

Daher werden die Bruchstücke mittels einer Kintsugi genannten Technik wieder zusammengefügt. Es wird eine Art Klebstoff verwendet, mit dem man die Bruchstücke zusammenfügt, um danach die Sprünge mit Gold- oder Silberpulver zu bedecken.

Jeder Sprung wird mit diesem goldenen Anstrich versehen, sodass die Tasse oder der Teller plötzlich schöner aussieht als vorher, und außerdem eine Geschichte zu erzählen hat.

Verwende auch du diese Technik. Weit davon entfernt der Vergangenheit zu entfliehen oder sich über sie zu beklagen, sollte man sie mit Stärke und Ausdauer in die Gegenwart integrieren.