Dickdarmerkrankungen – Wie kann ich Vorsorge leisten?

6 Juli, 2014
Colitis ulcerosa kann nicht geheilt werden. Wenn die Behandlung nicht wirkt, muss an einen chirurgischen Eingriff in Erwägung gezogen werden.

Der Dickdarm, in der Fachsprache als Colon bezeichnet, ist eine lange dicke Röhre, die sich am Ende unseres Verdauungstraktes befindet. Er ist ungefähr 1,5 m lang.

Er führt die letzte Verdauungsphase durch und beendet diese, indem er den Chymus (zu Brei verdaute Nahrung) vom Dünndarm aufnimmt und verarbeitet. Mit anderen Worten: der Chymus kommt in flüßigem Zustand in den Dickdarm und wird dort zu festerem Stuhl weiterverarbeitet.

Die Hauptfunktion des Dickdarms ist also die Aufnahme der soliden Reste, um diese danach zu entleeren.

Wenn der Stuhl nicht auf normale Weise entleert wird, saugt der Dickdarm weiterhin Flüßigkeit auf, folglich wird der Stuhl hart und es kommt zu Verstopfung.

Unter bestimmten Bedingungen kann der Dickdarm seine Funktion nicht richtig ausüben, dies kann in einigen Fällen Dickdarmkrebs verursachen. Diese Krebart erscheint verhäuft ab dem fünfzigsten Lebensjahr und vor allem bei Patienten, die eine familiäre Vorgeschichte oder andere Risikofaktoren haben.

Da Dickdarmkrebs in der Anfangsphase ohne Symptome verlaufen kann, raten wir regelmäßig Routineuntersuchungen durchzuführen, um jegliche Anomalien vorzeitig zu erkennen.

Eine frühzeitige Diagnose mit schneller Behandlung hat meist einen positiven Verlauf, bei einer späten Diagnose ist das oft nicht der Fall.

Häufige Dickdarmerkrankungen

Unter anderem können folgende Krankheiten auftreten:

  • Colitis Ulcerosa
  • Intestinalpolypen
  • Divertikulose

Colitis Ulcerosa

Colitis Ulcerosa ist eine Entzündung des Dickdarms und des Mastdarms. Es können dabei Geschwülste auftreten.

Ursache scheint eine autoimmune Reaktion zu sein, die die Darmflora befällt, wobei Symptome, wie Durchfall, manchmal mit Blut oder Eiter, Bauchschmerzen, Fieber, Mastdarmschmerzen und Gewichtsverlust auftreten.

Zur Diagnose werden unter anderem Endoskopien oder radiologische Untersuchungen durchgeführt.

Diese Krankheit fällt in die Kategorie der chronischen Erkrankungen, kann aber lange Remissionsphasen haben. Die aktiven Phasen werden als Schübe bezeichnet.

Die Ursachen der Colitis Ulcerosa sind nicht bekannt, meist tritt sie vor dem vierzigsten Lebensjahr auf, aber auch ältere Personen können betroffen sein. Die einzige Heilungsmöglichkeit dieser Krankheit ist bis jetzt  die chirurgische Entfernung des befallenen Darmtrakts.

Eine medikamentöse Behandlung soll nicht nur die Entzündung lindern, sondern auch gegen weitere Schübe vorbeugen.

Stress und bestimmte Nahrungsmittel können eine Colitis hervorrufen, sind aber nicht unbedingt die Ursachen dieser Erkrankung.

Darmkrebsstadien

Da die Ursachen noch nicht klar sind, wird die Vorsorge erschwert. Aus diesem Grund können nur die Auslösefaktoren dieser Erkrankung vermieden werden.

Da Colitispatienten die Nährstoffe nicht richtig verarbeiten können, wird geraten viel Obst und Gemüse, Nüsse, Milch, Eier, Fettfisch und Getreide zu sich zu nehmen. Hülsenfrüchte, fetthaltiges Fleisch, alkoholische Getränke, Gewürze und Süßspeisen sollten vermieden werden.

Um dies zu verdeutlichen, haben wir folgende Tabelle von verträglichen und unverträglichen Lebensmitteln erstellt:

Verträgliche Lebensmittel

Intestinalpolypen

Ein Darmpolyp ist ein Geschwülst, das abnormal auf der Oberfläche des Darmes ensteht. Die meisten Polypen sind gutartig, können sich aber zu bösartigen Tumoren entwickeln.

Um dies zu vermeiden, sollte dem Patienten das Geschwülst chirurgisch entfernt und danach regelmäßige Untersuchungen, an Hand von Endoskopien durchgeführt werden, so dass weitere Erscheinungen vermieden werden.

Normalerweise weisen die Patienten keine Symptome auf. Aus diesem Grunde werden die Polypen oft im Rahmen von anderen Untersuchungen entdeckt. Dies erfolgt an Hand einer Koloskopie, die auch zur Entfernung durchgeführt wird. Die Ursachen für Polypen können genetisch sein,  das muss aber nicht immer der Fall sein.

Koloskopie

Es können folgende Symptome auftreten: Analblutung, Verstopfung, Durchfall (länger als eine Woche) oder Blut im Stuhl.

Bisher gibt es keine besondere Vorgehensweise, um Polypen zu vermeiden oder vorzubeugen. Das Risiko kann aber mit gesunder Ernährung und Lebensweise verringert werden. Essen Sie viel frisches Obst und Gemüse und kalziumhaltige Produkte. Schränken Sie Ihren Alkohol- oder Zigarettenkonsum möglichst ein oder verzichten Sie ganz darauf. Auch Fettleibigkeit sollte vermieden werden.

Divertikulose

Bei einer Divertikulose bilden sich Ausstülpungen der Darmwand, wobei besonders die Schleimhaut davon betroffen ist. Diese Erkrankung kann vollkommen symptomfrei sein und tritt vor allem bei älteren Menschen auf.

Komplikationen

  • Akute Divertikulitis: die Ausstülpung der Schleimhaut verursacht eine Entzündung.
  • Blutung: Patienten, die an Divertikulose leiden, können Blutungen im Stuhl sowie Analblutungen aufweisen.
  • Darmperforation: wenn ein Divertikel entzündet ist, kann es zu einer Perforation kommen, was für den Betroffenen lebensgefährlich sein kann.

Als Symptome können Verstopfung, Magenbeschwerden oder Fisteln auftreten.

Ursachen

Hauptursache ist eine Bindegewebsschwäche des Darmes, dafür ist folgendes asuschlaggebend:

Eine ballaststoffarme Ernährung kann das Erscheinen dieser Erkrankung begünstigen. Ballaststoffe ermöglichen dem Darm eine korrekte Verdauung, die Entleerung wird vereinfacht und die Darmmuskulatur wird gestärkt.

Eine ballaststoffarme Ernährung schwächt somit die Darmmuskeln und verursacht unangenehme Verstopfungen.

Dieses Leiden ist auch genetisch bedingt und betrifft vor allem Menschen mit einer schwächeren Darmwand.

Behandlung

Sollte eine Divertikulitis auftreten, werden Antibiotika eingesetzt, um die Entzündung zu hemmen und zu beheben. Bei akuten Fällen kann ein Krankenhausaufenthalt oder auch eine Operation nötig sein.

Vorbeugung

Eine ballaststoffreiche Ernährung ist das A und O zur Vorbeugung von Verstopfung und Darmmuskelschwäche und somit von Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Divertikulitis.

Sollten Sie eines der in den verschiedenen Krankheitsbildern genannten Symptome aufweisen, suchen Sie ihren Arzt auf, um sich zu vergewissern, denn wie wir bereits in anderen Artikeln erwähnt haben: eine vorzeitige Erkennung einer Krankheit ist ausschlaggebend für eine schnelle und günstige Genesung.

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