Das polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS)

10 November, 2015

Obwohl 10-12% aller geschlechtsreifen Frauen in Deutschland unter dem polyzystischen Ovar-Syndrom leiden, ist diese Störung relativ unbekannt. Wir erklären dir heute, was die Ursachen und Symptome dieses Syndroms sind. Vielleicht erkennst du etwas wieder und fragst deinen Arzt?

Symptome des polyzystischen Ovar-Syndroms

Nicht immer zeigen sich alle Symptome und nicht immer deuten diese Symptome ausschließlich auf das polyzystische Ovar-Syndrom hin. Sie können aber ein Hinweis sein, dass du die weitere Diagnose deinem Arzt überlässt. Folgende Symptome können auftreten:

Zyklusstörungen

Wenn der Zyklus einer geschlechtsreifen Frau länger als 35 Tage dauert oder die Periode ganz ausbleibt, dann spricht man von Zyklusstörungen. Diese können, müssen aber nicht Symptom für das polyzystische Ovar-Syndrom sein.

Unfruchtbarkeit und polyzystisches Ovar-SyndromUnfruchtbarkeit

Unerfüllter Kindewunsch kann viele Ursachen haben. Liegen sie auf hormoneller Ebene, kann es sein, dass das polyzystische Ovar-Syndrom vorliegt. Dieses beschreibt eine Kombination aus mehreren Symptomen, die einander zum Teil bedingen.

Lippenhaare und polyzystisches Ovar-SyndromHirsutismus

Bei dieser Krankheit werden die zarten Körperhaare an der Oberlippe, auf den Armen oder Beinen oder auch im Nacken oder anderen Körperstellen durch feste Haare ersetzt, sodass es teilweise bis zu einer Art „Pelzbildung“ kommen kann. Besonders an den Armen und im Gesicht ist diese starke Körperbehaarung störend.

Die Grenzen zur normalen Behaarung sind fließend, sodass nicht ganz klar ist, wie viele Frauen eigentlich darunter leiden. Man schätzt, dass 5-10% aller Frauen davon betroffen sind.

Akne und polyzystisches Ovar-SyndromAkne

Akne tritt nicht immer nur im Gesicht auf, sondern kann auch den ganzen Körper betreffen. Typischerweise sind Jugendliche in der Pubertät von dieser Hautkrankheit betroffen, sie kann aber auch bei Erwachsenen bei Hormonveränderungen wie im Rahmen des polyzystischen Ovar-Syndroms auftreten.

Haarausfall und polyzystisches Ovar-SyndromHaarausfall

Viele Frauen vermuten Haarausfall, obwohl sie gar keinen haben. Erst, wenn dir pro Tag mehr als 100 Haare ausfallen, spricht man tatsächlich von Haarausfall. Wenn du lange Haare hast, sieht es oft bedrohlicher aus, als es ist: die Masse in der Bürste macht’s! Ein typisches Zeichen für besorgniserregenden Haarausfall ist, wenn morgens auf deinem Kopfkissen einige Haare liegen.

Hyperandrogenämie

Die Hyperandrogenämie beschreibt eine Erhöhung der männlichen Geschlechtshormone im Blut. Durch diese werden eine Reihe der bereits genannten Symptome ausgelöst.

Eileiter und polyzystisches Ovar-SyndromZysten in den Eierstöcken

Obwohl der Name des polyzystischen Ovar-Syndroms auf Zysten in den Eierstöcken hinweist, haben nur etwa 70-80% aller am polyzystischen Ovar-Syndrom leidenden Frauen tatsächlich auch Zysten an den Eierstöcken. Die Zysten können im Ultraschall festgestellt werden. Erst bei mindestens 8 solcher Zysten wird von einer erhöhten Zahl gesprochen.

Schilddruese und polyzystisches Ovar-SyndromSchilddrüsenerkrankung

Ungewollte schnelle Gewichtszunahme (bei Schilddrüsenunterfunktion) oder Gewichtsabnahme (bei Überfunktion) sind sichtbare Merkmale einer nicht richtig funktionierenden Schilddrüse. Der Arzt kann die Konzentration der Schilddrüsenhormone bei einer Blutuntersuchung bestimmen.

Ursachen des polyzystischen Ovar-Syndroms

So, wie das polyzystische Ovar-Syndrom eine Kombination von mehreren Symptomen ist, so sind auch die Ursachen vielfältig, aber meist durch Zivilisationskrankheiten bestimmt:

Übergewicht als Ursache für polyzystisches Ovar-SyndromÜbergewicht

Statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit, am polyzystischen Ovar-Syndrom zu erkranken mehr als doppelt so hoch, wenn man übergewichtig ist. Übergewicht führt zu Hormonveränderungen und verursacht somit einige der oben genannten Symptome.

Man rechnet damit, dass in Zukunft mehr Frauen am polyzystischen Ovar-Syndrom leiden werden, weil immer mehr Frauen übergewichtig sind.

Fettleibigkeit und polyzystisches Ovar-SyndromMetabolisches Syndrom

Das Metabolische Syndrom ist ein „tödliches Quartett“ aus vier Krankheiten, die man durch falsche Ernährung und ungesunde Lebensweise selbst zu verantworten hat: Übergewicht (Adipositas), Zucker (Diabetes mellitus), Blutfettwerterhöhung (Hyperlipidämie), Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie) und zusätzlich auch oft Gefäßverkalkung.

Eierstockkrebs und polyzystisches Ovar-SyndromRisiken des polyzystischen Ovar-Syndroms

Da Frauen, die unter dem polyzystischen Ovar-Syndrom leiden meist unter weiteren, dem ungesunden Lebenswandel geschuldeten Krankheiten leiden, ist es sinnvoll, dafür zu sorgen, dass nicht noch weitere solche Zivilisationskrankheiten folgen. Zusätzlich ist bei Frauen mit polyzystischem Ovar-Syndrom das Risiko für Gebärmutterschleimhautverdickung und Gebärmutterschleimhautkrebs erhöht.

Was kannst du tun?

Wenn du eine Risikopatientin bist, weil du Übergewicht hast oder unter einer Schilddrüsenfunktionsstörung oder anderen durch ungesunden Lebenswandel verursachten Krankheiten und Symptome leidest, solltest du dafür sorgen, dass du deine Risiken minimierst, am polyzystischen Ovar-Syndrom zu erkranken.

Das erreichst du durch gesunde Lebensgewohnheiten mit gesunder Ernährung und Bewegung. Menschen mit Normalgewicht haben ein wesentlich geringeres Risiko, am polyzystischen Ovar-Syndrom zu erkranken. Normalgewicht ist daher die beste Vorbeugung. Nicht nur gegen das polyzystische Ovar-Syndrom, sondern auch im Hinblick auf viele weitere ernste Krankheiten!

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