Das hilft bei Vaginitis!

Bei Vaginitis handelt es sich um eine Entzündung der Scheide, die meist bakteriellen Ursprungs ist.

Bei Vaginitis oder dem Verdacht auf eine Entzündung deiner Scheide solltest du bitte den Frauenarzt aufsuchen. Im Zweifel ist es bei Beschwerden immer besser, zunächst den Gynäkologen aufzusuchen, bevor du mit Hausmitteln oder Naturheilmitteln an und in deiner Scheide „herumdokterst“!

Was passiert bei Vaginitis?

Bei Vaginitis liegt meist eine bakterielle Entzündung vor. Die bakterielle Scheideninfektion entsteht meist, weil die Bakterienflora in der Scheide nicht mehr stimmt und so schädliche oder krankmachende Bakterien größeren Einfluss bekommen und leicht die Vorherrschaft übernehmen können.

Unser Intimbereich ist natürlicherweise von einer gesunden Bakterienflora besiedelt. Gerät diese ins Gleichgewicht, haben „falsche“ Bakterien und auch Pilze, die ein feuchtwarmes Milieu sehr schätzen, ein leichtes Spiel.

Sie sind immer Zeichen einer gestörten Bakterienflora im Intimbereich und ein Warnsignal dafür, dass etwas schief läuft, was du korrigieren solltest. Symptome sind Juckreiz, Hautveränderungen, fischige Geruchsveränderungen und farblich veränderter Ausfluss.

Bei Vaginitis ist die Scheidenflora gestört und wird zusätzlich durch die vom Arzt verordneten Medikamente verändert. Das ist zunächst richtig, weil du bei Vaginitis die Medikamente nehmen sollst, grundsätzlich ist es aber wichtig – und das nicht nur bei Vaginitis – die Scheidenflora gesund und abwehrstark zu halten.

Bei Vaginitis ist die Scheidenflora gestörtWas stört die Scheidenflora?

Es gibt viele Faktoren des Alltags und falsche Angewohnheiten, die die Bakterienflora deiner Scheide stören oder verändern können.

Unter anderem spielen dabei folgende Faktoren eine Rolle:

  • Übertriebene Hygiene
  • Gechlortes Wasser im Schwimmbad
  • Sauna
  • Falsche Toilettenhygiene
  • Antibiotika
  • Feuchtes Bekleidungsklima
  • Stress

Achte daher darauf, deinen Intimbereich niemals mit Duschgel oder Seife zu reinigen und nach dem Toilettenbesuch grundsätzlich von vorne nach hinten (wenn überhaupt) zu wischen.

Bei Vaginitis den Arzt aufsuchenWas hilft unterstützend bei Vaginitis?

Grundsätzlich solltest du zunächst beim Arzt abklären, um was es sich bei den Beschwerden handelt. Hast du dir eine bakterielle Scheideninfektion „eingefangen“, so wird dir dein Arzt mit größter Wahrscheinlichkeit Antibiotikum verschreiben, das du auch bitte nach Anweisung bis zum Schluss einnimmst, um dich wirklich auszukurieren und keine multiresistenten Keime zu fördern. Zusätzlich kannst du, wenn du magst, deiner Scheide etwas bei der Regeneration und Heilung helfen.

Die natürliche Vaginalflora ist mit Milchsäurebakterien besiedelt. Solche, wie sie auch zum Beispiel in Sauermilchprodukten zu finden sind. Als vorübergehende Maßnahme, um die Milchsäurebakterien im Kampf gegen die krank machenden Bakterien zu unterstützen, kannst du Joghurt verwenden. Tauche dazu einen Tampon in Joghurt und führe ihn in die Scheide ein. Alle 2 – 3 Stunden mit frischem Joghurt wiederholen.

Bei Vaginitis wende diese Methode jedoch nicht an! Es gibt im Handel Kapseln mit Milchsäurebakterien, die statt des Joghurts in der entzündeten Scheide wesentlich mehr Sinn machen und auch wesentlich einfacher zu nutzen sind. Joghurt ist nur eine vorbeugende Maßnahme.

Diese Hausmittel schaden (!) bei Vaginitis

Wenn dein Arzt eine Vaginitis festgestellt hat, so darfst du nicht davon ausgehen, dass der betroffene Bereich durch Desinfektion geheilt werden kann.

Das vom Arzt verschriebene Antibiotikum wirkt schließlich auch nur gegen bestimmte Bakterienstämme und nicht gegen alle! Daher solltest du also keinesfalls zusätzlich mit Hausmitteln desinfizierend oder antibiotisch eingreifen.

Hausmittel wie Knoblauch, Honig, ätherische Öle, Essig oder schlichtweg heißes Wasser sind völlig ungeeignet, denn dadurch werden unter Umständen genau jene Bakterien geschädigt oder dezimiert, die für eine gesunde Scheidenflora sorgen und somit die Heilung unterstützen oder einer erneuten Scheideninfektion vorbeugen können! Außerdem kommt es durch solche Hausmittel auch zu Schäden an der Schleimhaut, die durch die Infektion ohnehin schon gereizt sein kann.

bei Vaginitis wird meist ein Antibiotikum verschriebenWorauf du achten solltest

Um eine Vaginitis nicht zu verschleppen oder dich nach abgeklungener Infektion wieder anzustecken, solltest du einfache aber wirksame Verhaltensregeln beachten.

Dazu gehört, dass jegliche Textilien, die mit deinem Intimbereich in Kontakt gekommen sind, so gewaschen werden müssen, dass alle Bakterien abgetötet werden. Dieses Verhalten empfiehlt sich nicht nur als Vorbeugung von Scheideninfektionen, sondern auch von Pilzinfektionen.

Eine Wäsche bei 60°C zerstört schon die meisten Bakterien und Pilze, die sich auf den Textilien befinden. Noch sicherer gehst du, wenn du bei mindestens 90°C wäschst. Nicht alle Textilien (beispielsweise Spitzendessous oder Bademode) vertragen solch hohe Waschtemperaturen. Eine einfache Strategie ist es, sich für kochfeste Unterwäsche aus Baumwolle zu entscheiden oder für empfindliche Textilien, zum Beispiel den Bikini, spezielle „Hygienespüler“ zu verwenden.

Dabei handelt es sich um Desinfektionsmittel, die wie ein Weichspüler mit dem letzten Spülgang des Waschprogramms auf die Wäsche aufgebracht werden und damit Bakterien abtöten. Leider führen diese Desinfektionsmittel mitunter zu allergischen Hautreaktionen und sind eigentlich insbesondere bei einer durch Scheideninfektion geschädigten Vaginalflora eher kontraproduktiv.

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