7 Mythen über Cholesterin

Über Cholesterin werden viele Märchen und Mythen erzählt. Sicher hast du schon oft von der Gefahr eines erhöhten Cholesterinspiegels gehört, vielleicht hat dich dein Arzt vielleicht darauf aufmerksam gemacht oder dir sogar Medikamente verschrieben. Immer wieder hört man über das böse LDL… doch was steckt dahinter? In diesem Beitrag befassen wir uns mit Mythen und Fakten über Cholesterin.

Was ist Cholesterin

Auch wenn viel darüber geredet und gelesen wird, heißt das noch lange nicht, dass wir gut über Cholesterin und die Auswirkungen eines erhöhten Cholesterinspiegels informiert sind. Deshalb haben wir verschiedene Experten konsultiert, um die bekanntesten Mythen und Fakten über diesen „öffentlichen Feind“ herauszufinden. Zuerst muss jedoch erklärt werden, was Cholesterin eigentlich ist.

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Cholesterin spielt eine wichtige Rolle beim Aufbau aller Zellen und ist deshalb notwendig, solange die Werte nicht überschritten werden. Diese fetthaltige Substanz ist nicht nur im menschlichen Körper, sondern in allen Lebewesen vorzufinden. Auch Pflanzen enthalten Cholesterin, doch bedeutend weniger als beispielsweise rotes Fleisch. Das Cholesterin hilft, Strukturen und Drüsen zu bilden. Zwischen 10% und 20% der Gehirnzellen bestehen aus Cholesterin – Babys werden durch die Muttermilch ausreichend damit versorgt. Einige Aufgaben dieser Substanz sind:

  • Zellmembrane stabilisieren und schützen,
  • Schutz der Struktur des Nervensystems,
  • Fettstoffwechsel und Regulierung des überschüssigen organischen Cholesterins,
  • Bildung von Sexualhormonen wie beispielsweise Östrogen,
  • Ausgangsstoff für die Bildung anderer Hormone,
  • Schutz der Haut im Allgemeinen und gegen Austrocknung im Speziellen,
  • hilft bei der Bildung von Vitamin D,
  • stärkt das Immunsystem,
  • schützt vor Nierenschäden (insbesondere bei Diabetikern),
  • verleiht den roten Blutkörperchen Elastizität,
  • unterstützt die Gehirnentwicklung bei Babys,
  • schützt Embrionen vor Fehlbildungen.

Wie du siehst spielt Cholesterin bei verschiedensten Funktionen eine bedeutende Rolle. Wo liegt dann das Problem? Wie immer ist auch hier zu viel des Guten für den Organismus schädlich.

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Mythen über Cholesterin

 

Meeresfrüchte enthalten viel Cholesterin

Das ist nur eine Halbwahrheit. Forschungsarbeiten weisen darauf hin, dass Meeresfrüchte viele Sterine (dazu zählt auch das Cholesterin) enthalten, doch lange nicht so viele, wie bislang vermutet wurde. Außerdem liefern Meeresfrüchte wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die das schlechte Cholesterin reduzieren. In einer ausgewogenen Ernährung finden also auch Austern und andere Muscheln ihren Platz.

Cholesterin ist eine Modeerscheinung

Früher gab es über die Existenz von Cholesterin nur wenig Information, doch inzwischen wurde bestätigt, dass zu hohe Werte gesundheitliche Probleme mit sich bringen können. Die Folgen abweichender Cholesterinwerte können ernsthaft sein und das ist keine Modeerscheinung. Was stimmt ist, dass viele sich zu sehr darum sorgen. Viele Ärzte verlangen regelmäßige Blutanalysen und auf dem Markt sind Medikamente und Naturheilmittel erhältlich, die es vor wenigen Jahren noch nicht gab.

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Es ist gut, möglichst niedrige Werte aufzuweisen

Das ist eindeutig eine Lüge – wie bereits erwähnt spielt Cholesterin bei verschiedensten Funktionen eine ausschlaggebende Rolle. Die Werte sollten deshalb normal sein, aber auf keinen Fall darunter liegen, da auch dies negative Folgen mit sich bringen würde. Ein hoher Cholesterinspiegel ist gesundheitsschädlich, doch ein niedriger ist genauso negativ. In verschiedenen Studien wird darauf hingewiesen, dass die Folgen eines Cholesterinmangels ernste Probleme wie Depressionen oder chronische Müdigkeit sein können.

Manche Nahrungsmittel enthalten kein Cholesterin

Auch diese Feststellung zählt zu den Mythen. Alle Lebewesen – auch Tiere, Pflanzen und Bakterien – enthalten Cholesterin, da dieses für viele Prozesse notwendig ist. Manche Arten haben weniger Cholesterin als andere, doch es gibt keine, die gar kein Cholesterin enthält. Was auch dazu beiträgt den Cholesteringehalt zu erhöhen, ist die Zubereitungsart: Frittiertes Fleisch enthält weitaus mehr Cholesterin als kurz angebratenes, um nur ein Beispiel zu nennen.

Nüsse erhöhen den Cholesterinspiegel

Diese Annahme beruht darauf, dass Nüsse viel Fett enthalten. Doch dabei handelt es sich um „gutes“ Fett, das insbesondere für das Gehirn, aber auch für den restlichen Organismus notwendig ist. Wenn du also jeden Tag eine Handvoll Nüsse (zusammen mit anderen Trockenfrüchten) isst, nimmst du damit nicht zu viele schlechte Fette auf – ganz im Gegenteil, du wirst dadurch weniger von anderen Nahrungsmittel, die wirklich schlechte Fette enthalten, zu dir nehmen (wie beispielsweise Pommes Frites).

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Die einzige Ursache eines Herzinfarkts ist ein erhöhter Cholesterinspiegel

Auch das ist eine Halbwahrheit, denn es gibt auch andere Ursachen, die die Gefahr eines Herzinfarkts oder Herzstillstands erhöhen. Es stimmt, dass zu viel Cholesterin die Arterienwände verengt und die Arterien mit der Zeit verstopfen kann, doch auch Salz, Stress oder Sesshaftigkeit können daran Schuld sein. Es ist also nicht alles Übel nur im Cholesterin zu suchen, auch wenn dieses im Überfluss wirklich schlecht für das Herz ist.

Zur Senkung des Cholesterinspiegels sind Medikamente notwendig

Dies hängt von verschiedenen Faktoren ab. Manche Personen mit sehr hohen Cholesterinwerten können nicht warten, bis natürliche Heilmittel wirken. Trotzdem sind diese besser, da sie keine Chemikalien enthalten. Doch das ist wie immer von Fall zu Fall unterschiedlich und sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Wer nur einen leicht erhöhten Cholesterinspiegel aufweist, muss nicht gleich zu Pillen greifen, sondern sollte als erstes die Ernährung umstellen: mehr Obst und Gemüse, mehr Vollkorngetreide usw.

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